Webdesign · Jana Schmidt · Mai 2026

Als Selbstständiger bei Google und KI gefunden werden – was sich 2026 wirklich ändert

Ich habe Perplexity AI gefragt, wer sich im Bereich Webdesign für Solo-Selbstständige empfiehlt.

Mein Name kam nicht vor.

Überraschung? Nicht wirklich. Ich bin seit März 2026 selbstständig und habe GEO-Optimierung erst kürzlich konsequent umgesetzt – das braucht Zeit. Aber der Test hat etwas deutlicher gemacht, was mich schon länger beschäftigt: Wer als Handwerker, Galabauer, Coach oder Berater online gefunden werden will, muss 2026 an zwei Fronten denken – nicht nur an Google.

ChatGPT, Gemini, Claude, Perplexity – diese Tools beantworten Suchanfragen nicht mit einer Liste von zehn Treffern, die man selbst durchklicken muss. Sie liefern eine zusammengefasste Antwort, mit zwei bis fünf zitierten Quellen. Wer als Quelle nicht vorkommt, existiert in dieser Antwort schlicht nicht.

Darum geht es in diesem Artikel:

  • Warum ChatGPT mittlerweile mehr Fragen beantwortet als Google — und was das für einen Fliesenleger, Coach oder Galabauer bedeutet
  • Warum kleine, sorgfältige Websites hier die Nase vorn haben gegenüber aufgeblähten Agenturseiten (kein Trostpreis, sondern Studien-Ergebnis)
  • 5 Maßnahmen, die du umsetzen kannst, ohne Informatik studiert zu haben
  • Was eine llms.txt ist — und warum du eine haben willst, auch wenn du noch nie davon gehört hast

Was hat sich seit 2023 verändert – und warum betrifft dich das?

Google ist nicht mehr der einzige Anlaufpunkt

Früher war die Sache klar: Wer bei Google auf Seite 1 stand, wurde gefunden. Google ist nach wie vor dominant – laut einer Studie von Claneo und Appinio unter 2.000 deutschsprachigen Internetnutzenden nutzen 77–80 % der Deutschen Suchmaschinen mehrmals wöchentlich [2]. Das hat sich nicht geändert.

Was sich geändert hat: Seit 2023 – mit dem Aufstieg von ChatGPT, Perplexity und später Googles eigenen AI Overviews – beginnt ein wachsender Teil der Recherchen nicht mehr bei google.com, sondern direkt bei einer KI. ChatGPT verzeichnet mittlerweile über 1,7 Milliarden Besuche pro Monat (nach Schätzungen der Fachpresse). Perplexity hat sich allein zwischen März 2024 und Mai 2025 fast verdreifacht.

Für einen Fliesenleger bedeutet das konkret: Wenn jemand Claude fragt „Welchen Fliesenleger gibt es in meiner Nähe in Köln?" – entscheidet eine KI, welche Namen genannt werden. Oder wenn jemand Perplexity fragt: „Welcher Coach hilft mir dabei, als Selbstständiger mehr Kunden zu gewinnen?" – entscheidet das System, ob dein Name in der Antwort auftaucht. Oder eben nicht.

Was ist GEO?

GEO steht für Generative Engine Optimization. Der Begriff wurde 2023 durch eine Forschungsarbeit der Princeton University geprägt [1]. Es geht darum, Inhalte so aufzubauen, dass KI-Systeme sie als verlässliche Quelle auswählen und zitieren.

Wichtig: GEO ersetzt gutes SEO nicht. Wer bei Google nicht sichtbar ist, hat ein SEO-Problem. Wer in KI-Antworten nicht auftaucht, hat ein GEO-Problem. Beides hängt zusammen, und beides lässt sich mit denselben Grundmaßnahmen verbessern.

Warum lohnt sich GEO auch für kleine Betriebe und Selbstständige?

Hier kommt die gute Nachricht – und ich sage sie bewusst, weil sie oft untergeht.

Die Princeton University hat untersucht, wie GEO-Maßnahmen die Sichtbarkeit in KI-Antworten beeinflussen. Ergebnis: GEO kann die Sichtbarkeit um bis zu 40 % steigern [1]. Entscheidend ist dabei die Qualität der Inhalte – nicht allein Domain-Alter oder Backlinks.

Das liegt daran, dass KI-Systeme andere Qualitätssignale gewichten als klassische Suchmaschinen. Nicht Domain-Alter und Backlinks allein entscheiden, sondern: Ist der Inhalt präzise? Beantwortet er konkrete Fragen? Ist die Seite gut strukturiert?

Die Website eines Galabauers, der klar beschreibt welche Gartentypen er gestaltet und welche häufigen Fragen seiner Kunden er beantwortet, kann hier gegenüber einer aufgeblähten Agenturseite punkten.

5 Maßnahmen, damit deine Website bei Google und KI gefunden werden kann

1. Schema-Markup einbauen

Schema-Markup sind strukturierte Daten im Quellcode – sie helfen Suchmaschinen und KI-Systemen zu verstehen, was auf deiner Seite steht. Für einen Handwerksbetrieb oder Coach besonders relevant: LocalBusiness, Person, FAQPage und Service.

Websites mit korrektem Schema-Markup werden in KI-Antworten häufiger zitiert.

Ob deine Website Schema-Markup hat, kannst du selbst prüfen: Rechtsklick auf die Seite → „Seitenquelltext anzeigen" → Strg+F nach application/ld+json suchen. Wenn nichts erscheint: es fehlt.

2. Frage-basierte Überschriften verwenden

Deine Kunden – also beispielsweise jemand, der nach einem Coach sucht – gibt nicht „Business Coach Frankfurt" in die Suchleiste ein. Er fragt: „Welcher Coach hilft mir, als Selbstständiger mehr Kunden zu gewinnen?" Oder der Auftraggeber eines Galabauers fragt: „Was kostet eine Neuanlage für einen Reihenhausgarten?"

Genau diese Fragen gehören als Überschriften auf deine Website. Es geht dabei nicht darum, alle Überschriften blind in Fragen umzuwandeln – sondern gezielt dort, wo Kunden genau das fragen würden.

3. Inhalte aktuell halten

KI-Systeme bevorzugen frische Inhalte. Seiten, die in den letzten 30 Tagen aktualisiert wurden, werden häufiger zitiert als veraltete Seiten.

Das bedeutet nicht, dass täglich etwas Neues erscheinen muss. Ein Blogartikel pro Monat sendet bereits das Signal: Diese Seite wird gepflegt.

4. Eine llms.txt-Datei pflegen

Eine llms.txt-Datei liegt im Stammverzeichnis der Website und gibt KI-Crawlern an, welche Inhalte sie berücksichtigen sollen – vergleichbar mit robots.txt für klassische Suchmaschinen, nur eben für KI-Systeme. Der Standard hat sich 2025 und 2026 etabliert [3].

Aktuell ist llms.txt kein offizieller, verbindlicher Standard, aber ein sinnvolles strategisches Zusatzsignal [4]. 68 % der führenden KI-Modelle unterstützen den Standard bereits (Anthropic, 2025).

Ich habe meine llms.txt von Anfang an eingerichtet und sie inzwischen deutlich ausgebaut – mit klaren Angaben zu meinen Leistungen, meiner Zielgruppe und meinen relevantesten Inhalten. Auf Englisch, da das von den meisten KI-Crawlern bevorzugt wird.

Wer das noch nicht hat: Es ist kein riesiger Aufwand. Aber man muss wissen, was dort hineingehört.

5. E-E-A-T-Signale sichtbar machen

E-E-A-T steht für Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness. Das klingt sperrig, ist aber im Kern einfach: KI-Systeme fragen sich beim Bewerten einer Website, wer dahintersteckt, welche Erfahrung diese Person mitbringt und ob die Aussagen vertrauenswürdig sind.

Konkret:

  • Schreib eine echte Über-mich-Seite.
  • Beschreib deine Erfahrung.
  • Nenn konkrete Referenzen oder Projekte – nicht als Eigenlob, sondern als Kontext.

Was das für Handwerker, Coaches und Galabauer bedeutet

Der häufigste Fehler, den ich bei Websites von Solo-Selbstständigen sehe: Die Seite beschreibt das Unternehmen – aber beantwortet keine Fragen.

„Wir bieten professionelle Gartengestaltung" ist keine Antwort. „Was kostet eine Gartenneuanlage für einen Reihenhaus-Garten?" – das ist die Frage, die jemand tatsächlich stellt. Und diese Frage gehört als Überschrift auf die Seite, gefolgt von einer ehrlichen, konkreten Antwort.

Verfasse die Texte deiner Website so, als würdest du die häufigsten Fragen deiner Kunden beantworten – nicht als würdest du dein Unternehmen beschreiben.

Perplexity kennt mich noch nicht. Das wird sich nicht über Nacht ändern – KI-Systeme brauchen Zeit, um neue GEO-Signale in ihre Antworten einzubeziehen. Wenn du wissen willst, was ich bei einer neuen Website von Anfang an einbaue: hier geht es zur Webdesign-Seite.

Häufige Fragen zur Website-Sichtbarkeit bei Google und KI

Wie lange dauert es, bis meine Website bei Google gefunden wird?

Google braucht für neue Domains in der Regel drei bis sechs Monate, um Vertrauen aufzubauen – unabhängig davon, wie gut die Seite technisch aufgebaut ist. Schneller geht es mit einer eingereichten Sitemap in der Google Search Console und einer korrekt konfigurierten robots.txt.

Ist GEO-Optimierung auch für kleine Handwerksbetriebe sinnvoll?

Ja – gerade für kleinere, fokussierte Seiten. Die Princeton-Studie zeigt, dass GEO die Sichtbarkeit in KI-Antworten um bis zu 40 % steigern kann [1]. KI-Systeme gewichten Inhaltsqualität stärker als Domain-Alter oder Backlinks – das kommt klar strukturierten, präzisen Seiten zugute.

Was kostet es, eine Website für KI-Suchen zu optimieren?

Das hängt davon ab, was bereits vorhanden ist. Bei einer neu gebauten Website lassen sich GEO-Grundlagen direkt einbauen. Bei einer bestehenden Seite ist es eine Frage des Aufwands: llms.txt und Schema-Markup lassen sich ergänzen, strukturelle Änderungen brauchen mehr Zeit.

Brauche ich einen eigenen Blog, um bei KI-Suchen sichtbar zu werden?

Nein – aber er hilft. Frische Inhalte sind ein positives Signal. Schon ein Artikel pro Monat kann ausreichen, um die Seite als aktiv gepflegt zu markieren.

Was ist der Unterschied zwischen SEO und GEO?

Gutes SEO optimiert für klassische Suchmaschinen wie Google: Keywords, Backlinks, technische Grundlagen. GEO optimiert dafür, dass ChatGPT, Claude, Gemini oder Perplexity deine Inhalte als verlässliche Quelle auswählen: strukturierte Daten, klare Antworten auf konkrete Fragen, E-E-A-T-Signale. Gutes SEO ist dabei oft auch eine gute GEO-Grundlage – die Maßnahmen überschneiden sich.

Muss ich das selbst umsetzen?

Die Grundbegriffe sind schnell gelernt – aber die Wirkung hängt oft an Details, die man erst kennt, wenn man tiefer einsteigt: welche Schema-Typen für welche Seite sinnvoll sind, wie eine llms.txt wirklich aufgebaut sein sollte, welche Überschriften KI-Systeme als zitierwürdig einstufen. Das richtig umzusetzen braucht Zeit und Erfahrung mit genau diesen Zusammenhängen.

Schreib mir – ich schaue mir an, was bei dir konkret sinnvoll wäre.

Quellen:

  • Princeton University et al.: „GEO: Generative Engine Optimization“ (arXiv:2311.09735, ACM SIGKDD 2024) – collaborate.princeton.edu
  • Claneo / Appinio: „State of Search 2024“, 2.000 Befragte in DACH – claneo.com
  • llms.txt-Generator.de: „llms.txt: Standard für KI-Crawler-Steuerung“ (2026) – llms-txt-generator.de
  • SEO-KÜCHE: „llms.txt einfach erklärt“ (Januar 2026) – seo-kueche.de